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Aktuelles

15. 07. 2022

Erstaunliche Idee eines Tüftlers aus Kreuztal


Ein Tüftler aus Kreuztal kam auf eine gute Idee, wie an Windkraftanlagen die allgemeine Sicherheit für Mensch und Tier erhöht werden kann. Laut Hans Peter Berg wird durch die Befestigung bunter, starrer, gefederte Bänder, die zudem UV-Beständig sind, zwischen den Rotorblättern der Schlagschatten durch einen permanenten schwachen Schatten ersetzt und somit der insgesamte Schattenwurf vermindert. Dies soll angenehmer für das menschliche Auge sein.

An die kalten Jahreszeiten hat der 77-Jährige ebenfalls gedacht: Durch Heizdrähte sollen die Bänder im Winter vor Vereisung geschützt werden.

Zudem werden durch die vielen Farben Vögel auf die Flügel aufmerksam gemacht, wodurch der oft befürchtete Vogelschlag verhindert werden könnte.

 

Wir finden es toll wenn neue Ideen auf dem Markt entstehen und stehen Herrn Berg gerne Rede und Antwort damit er seine Idee weiter entwickeln kann. Hier unsere ersten 2 Punkte:

  1. Windkraftanlagen sind für Vögel im Vergleich ungefährlich. Es wird geschätzt, dass ca. 100.000 Vögel pro Jahr an Windkraftanlagen sterben. Die Deutsche Hauskatze hat dagegen 60.000.000 Vögel auf dem Gewissen. Die Glasscheibe sogar 115.000.000 Vögel.
  2. Der Faktor der Menschen am meisten bei Windkraftanlagen stört (abgesehen das er/sie diese nicht sehen will) ist der Schall. Wie wirken sich die Bänder auf den Schall aus?

Hans Peter Berg erfindet optisches und akustisches Schutzsystem für Mensch & Tier.
Aber wie entstand seine brandaktuelle Idee, sich um Windkraftanlagen zu kümmern? Sie für Vögel sicherer und gleichzeitig für den Menschen erträglicher zu gestalten?

Salopp-verkürzt auf den Punkt gebracht: mit einem Flatterband. „Ich liebe Tiere“, erklärt der Buschhüttener Tüftler und fügt sogleich hinzu: „Und ich bin passionierter Gleitschirmflieger.“ Er ist also selbst regelmäßig in luftigen Höhen unterwegs, wie seine gefiederten Freunde. Er schwärmt von bewegenden, unvergesslichen Momenten hoch droben, als er zum Beispiel in Frankreich einer Gruppe Adler begegnete. „Wir werden in Deutschland in den kommenden Jahren unglaublich viele Windräder bauen. Da sollten wir alles tun, um die Tiere, aber auch die Menschen zu schützen“, betont der technische Kaufmann, Marketingberater und Führungskräfte-Coach.

Wissenschaftler gingen davon aus, dass bundesweit pro Jahr allein rund 250 000 Fledermäuse von Windrädern getötet würden. Besonders gefährdet seien Greifvogelarten wie Rotmilan, Schrei- und Seeadler sowie Mäusebussard. „Gerade an den Flügelenden haben wir hohe Umfangsgeschwindigkeiten, die häufig zum Tod führen.“

Sein Credo bei all seinen Ideen lautet: „Kiss − keep it simple and stupid“. Anders formuliert: warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Und so klingt seine Windrad-Lösung wirklich verblüffend simpel: Zwischen den Rotorblättern gespannte bunte, starre, gefederte und UV-beständige Bänder sollen die für Vögel und Fledermäuse gefährlichen Flügel sichtbar werden lassen. Sind sie bunt „bebändert“ in Bewegung, „werden die Flügel als Rad erkennbar und von der Fledermaus sensorisch erfasst. Die Tiere können das Windrad dann umfliegen“, glaubt Hans Peter Berg, der zugleich einräumt: „Der ultimative Beweis an einer Anlage steht natürlich noch aus.“

Er hat nun die Umweltministerien von Bund und Land NRW angeschrieben: „Es wäre schön, wenn es Fördergelder für einen Prototypen gäbe, der alle vier Jahreszeiten hindurch getestet wird.“ Vom Deutschen Patent- und Markenamt hat der 77-Jährige im Juni Rückenwind erhalten: „Es hat das Gebrauchsmuster erteilt und mein System damit für technisch realisierbar eingestuft.“

Werden zwei solcher Bänder-Dreiecke richtig angebracht, „wird zugleich der von den Rotorblättern erzeugte Schlagschatten gemindert. Es wird vielmehr ein permanent schwacher Schatten geworfen, der Anlieger weniger stören wird“. Integrierte Heizdrähte schützen die Bänder vor Vereisung, und auch sonst hat der Buschhüttener technische Finessen wie Windströmung und eine dauerhaft sichere Arbeit seines „Windrads“ in klar definierten „Schutzansprüchen„ definiert und erläutert. Last but not least bringt Bergs Modell Flöten zum Klingen, die das oft als störend empfundene Rotorengeräusch überlagern. Denkbar wäre auch der Klang von Meeresrauschen oder Blätterrascheln.

Rund 30 000 Euro müssten pro Windrad investiert werden, hat er errechnet. Angesichts der millionenschweren Gesamtkosten für die Errichtung der Anlagen sei dies doch überschaubar. Zumal er sicher ist: Die Akzeptanz der Windräder würde dadurch verbessert!“ Bestehende Windräder könnten nachgerüstet werden. „Im Einklang mit der Natur leben“, das wünscht sich Hans Peter Berg von Herzen.

Ein Dreivierteljahr hat er an seiner Idee getüftelt, die Entwürfe wurden dabei immer reduzierter.

Quelle: Siegener Zeitung