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24. 11. 2016

Kernkraftwerke in Europa: Risse im Reaktor und alarmierende Warnungen aus Belgien


In mindestens 18 europäischen Kernreaktoren wird das Notfall-Kühlwasser auf 60 Grad Celsius vorgeheizt, ergaben Recherchen des WDR und der SZ. Diese Maßnahme könnte bedeuten, dass eine Versprödung oder größere Risse im Reaktordruckbehälter vorhanden sind. Vor allem scheint die Materialermüdung durch die hochenergetischen Neutronen schneller vorangeschritten ist, als beim Bau damals berechnet wurde. "Kaltes Kühlwasser" könnte bei den entsprechenden Reaktoren im Falle einer Notfall-Kühlung durch die Temperaturunterschiede zu einem Versagen des Druckbehälters und so zu einer Kernschmelze kommen. Hingegen wird in den belgischen Reaktoren Doel-1 und Doel-2 diese Praxis bereits seit 1992 angewandt. Aus Belgien kommen auch weitere Hiobsbotschaften. Dort wurden zwei Briefe von Jan Bens bekannt, welcher Leiter der Atomaufsichtsbehörde (AFCN) ist. In diesen warnt er von einer "alarmierenden Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze". Es fehle eine "Sicherheitskultur" und die Firma unternehme nichts, um das Problem zu lösen. Aber die belgischen Reaktoren werden trotz der großen Gefahr der maroden Reaktoren nicht abgeschaltet. Der Grund liegt in einer verfehlten Energiepolitik: Wie Frankreich (siehe Bericht am 19. November 2016) droht Belgien ohne Kernkraftwerke ein akuter Strommangel. Im Falle eines Störfalls wäre vor allem die deutsche Bevölkerung durch den vorwiegenden Westwind der radioaktiven Belastung ausgesetzt. weiterlesen (Tagesschau.de)/weiterlesen (Heise.de)

Quelle: Tagesschau.de/Heise.de