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08. 09. 2016

Japanischer Ex-Ministerpräsident schämt sich für seine Atomgläubigkeit


Der ehemalige japanische Minsterpräsident, Junichiro Koizumi, schämt sich für seine Atomgläubigkeit. Während seiner Regierungszeit von 2001 bis 2006 sei er noch Befürworter der Kernenergie gewesen, da er den Experten geglaubt hätte. Auch die Probleme im Kernkraftwerk Fukushima seien noch nicht im Griff - anders wie behauptet. Er kritisiert, dass Japan wieder Kernkraftwerke hochfahre. Besser wäre es - zusammen mit Deutschland - der Welt zu zeigen, wie man mit erneuerbaren Energien auf Atomstrom verzichten könne. Koizumi sammelt zurzeit Spendengelder für Fischer und US-Marines, welche als Ersthelfer unmittelbar nach dem Tsunami vor der Küste verstrahlt wurden und nun über Krankheiten wie Krebs, innere Blutungen und missgebildete Kinder klagen. Die betroffenen Seeleute haben in den Vereinigten Staaten auf Schadensersatzklagen gegen Tepco und dem Kraftwerksbauer General Electric eingereicht. Sieben Matrosen sind jedoch bereits verstorben. Das US-amerikanische Verteidungsministerium weist eine Verantwortung von sich und dementiert, dass die radioaktive Wolke der Kernschmelze die helfenden US-Soldaten im Pazifik verstrahlt hätten.

Quelle: Frankfurt Allgemeine Zeitung, 8. September 2016, S. 20